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Your destiny will keep you warm

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Your destiny will keep you warm

Beitrag  Kate McLaman am Mo 25 März 2013, 23:43

Ein erneutes Schluchzen.
Zwar mit aller Macht unterdrückt, aber diese schien von Zeit zu Zeit immer geringer geworden zu sein.
Sie hatte den Kampf gegen die Tränen eindeutig verloren. Nach diesem erschöpfendem Ringen mit sich selbst kapitulierte sie nun. Ausgerechnet hier, ausgerechnet jetzt. Einen unpassenderen Zeitpunkt für eine solche Niederlage gab es wohl nicht. Das gleiche galt auch für das unfreiwillige Publikum.
30 Augenpaare hingen gebannt an ihr. Ob mitleidig, verachtend oder einfach nur desinteressiert, sie erntete immer wieder die kurze Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler.

Nur einer schien sie bislang zu ignorieren.
Professor Snape führte seinen Monolog über die Wirkungsweise der Fledermausmilz in Stärkungstränken fort, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen.

‚Mr. Potter, wenn sie doch bitte so freundlich wären uns mit dem Versuch einer Antwort zu belustigen. Löffelkraut anstatt Fledermausmilz würde in diesem Trank… was genau noch einmal verursachen?‘

Widerwillig hob Harry den Kopf und schaute ihm direkt ins Gesicht. Eine Angewohnheit, die in diesen Kerkern nur die wenigsten zu pflegen schienen. Durchaus beeindruckend , doch das Resultat war eher kläglich..

‚Nein? Nichts, Potter? Wie überaus schade aber auch.‘ Ein verächtlicher Blick zerschnitt die Luft, geradewegs an Harry gerichtet.

‚Und Sie, Mister Weasley? Zur Abwechslung mal eine hilfreiche Idee?‘

Ron machte sich nicht einmal die Mühe seinen Kopf auch nur zu heben. Selbstverständlich hatte er keine Ahnung was die Antwort auf diese Frage betraf. Löffelkraut.. was sollte das überhaupt sein?

‚Bei dem Versuch Ihren äußerst geringen Intelligenzquotienten möglichst effizient zu nutzen sind Sie offenbar ebenso kläglich gescheitert, wie ihr Banknachbar. Nun denn, genug der Chancen.
5 Punkte Abzug von Gryffindor, für jeden von ihnen beiden!‘

Ein genervtes Stöhnen erklang in der einen Hälfte des Raumes, Gekicher in der anderen.

Nur an einer Person schien das alles vollkommen vorbei zu gehen.
Hermine Granger schluchzte ein weiteres Mal laut auf, als die ersten Tränen sich einen Weg über ihre geröteten Wangen bahnten.

Erneut war Getuschel zu hören, welches jedoch mit einem messerscharfen ‚Ruhe!‘ schlagartig unterbrochen wurde. Sofort herrschte wieder Stille im Raum, jedenfalls fast.

Hermine schob alle Selbstbeherrschung über Bord und nun tropfte die salzige Flüssigkeit in unaufhaltsamen kleinen Strömen ihr Kinn hinab. Ein weiteres gequältes Aufjaulen und Snape fuhr genervt und nicht minder wütend herum.

‚Miss Granger, hätten sie vielleicht die Güte mir zu erklären, warum genau Sie es für nötig halten, meinen Unterricht mit ihrem albernen und noch dazu äußerst kläglichen Gejammer aufzuhalten?‘ Sein Ziel bereits mit Blicken gefesselt, trat er nun direkt vor ihren Tisch. Sie konnte die Kraft einfach wegzublicken schon lange nicht mehr aufbringen und saß lediglich regungslos da. Weitere Tränen quollen in ihren Augen auf, liefen über und setzen ihre kurze Reise über gerötete Wangen fort.

‚Für den Fall, dass Sie Schmerzen haben, suchen sie Madame Pomfrey auf. In diesem Fall wären sie kurzzeitig von meinem Unterricht freigestellt. Wenn nicht, und ich sage das nur einmal, reißen Sie sich gefälligst zusammen, Sie impertinente Gryffindor!‘

‚Nein… das ist es nicht, Sir. Vielen Dank, aber ich habe kei.. keine Schmerzen..‘
Langsam hob sie die Hände und wischte sich das tränennasse Gesicht ab. Vorsichtig rieb sie sich noch einmal über die Augen, um auch den letzten Rest Flüssigkeit zu entfernen, wagte es jedoch nicht, ihm noch einmal ins Gesicht zu blicken.

‚Was gibt Ihnen ihrer Meinung nach dann das Recht, in meinem Unterricht solch ein Theater zu veranstalten, Miss Granger?‘
Sie hätte einem wirklich leidtun können, so, wie sie vor ihm auf ihrem Stuhl kauerte. Den Kopf beschämt gesenkt, vom Weinen gerötete Wangen, die deutlich sichtbaren Augenringe zeichneten ihr ermüdetes Gesicht..
Wie gesagt, sie hätte einem wirklich leidtun können, es sei denn, man war Severus Snape.

Bei diesen scharfen Worten zuckte sie erneut zusammen.
Irgendwann musste sie darüber sprechen, warum also nicht jetzt. Es war ohnehin zu spät..
Also begann sie das wiedezugeben, was sie gestern Abend mitgeteilt bekommen hatte.

‚Mei.. Meine beste Muggelfreundin, Lynette, wurde Vorgestern von Todessern ge.. ge..‘
Ein erneutes herzzerreißendes Schluchzen. Die restlichen Anwesenden gaben keinen Laut von sich.
‚ Ich kannte sie schon seit dem Kindergarten. Ihre Familie und sie wurden… to.. tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Ohne Anzeichen von Gewalt oder Einbruch. Sie.. sie lagen einfach dort. Als wären sie eingeschlafen.. Eindeutig ein Todes..fluch.
Todesser haben sie er..mordet, einfach so zum Spaß?!‘

Gegen Ende wurde sie immer leiser, begann zu zittern. Ihre Stimme war kaum noch ein Flüstern gewesen, doch es reichte aus, um zu Severus vorzudringen und ihn erschaudern zu lassen.
Niemand sagte ein Wort, Hermine schluchzte auf und war erneut in den aussichtslosen Kampf gegen die Tränen verwickelt.

Schnell hatte er sich wieder im Griff. Ein Abschätzender Blick, ein scheinbar ungerührtes Gesicht. Diese Maske war sowohl kalt, furchtbar, als auch hilfreich zu gleich. Oftmals hatte sie ihm in bestimmten Kreisen das Leben gerettet. Emotionen zu zeigen war eine Schwäche, die er sich nicht leisten konnte. Ausnahmen gab es keine.

‚Mein aufrichtiges Beileid, Miss Granger. Todesser machen nun einmal vor nichts halt, wie Sie schmerzlich feststellen mussten. Die Stunde ist in 15Minuten ohnehin vorbei, trauen Sie sich zu, diese Zeitspanne ohne weitere Störungen hinter sich zu bringen? Wenn nicht, verlassen sie bitte diesen Raum.‘
Die Kälte seiner Worte schien messerscharfe Eiszapfen in ihr Herz zu stoßen. Mit jedem Satz einen neuen. Tapfer schluckte sie den Klos in ihrem Hals hinunter, den, der ihr beinahe die Luft zum Atmen nahm.

‚Ja..Sir‘, gab sie heiser von sich.

‚Miss Granger, könnten Sie sich ein wenig genauer ausdrücken?‘ Er war kurz davor noch einen weiteren, verletzenderen Satz hinzuzufügen, ließ es jedoch sein. Bei jedem anderen dieser Schüler hier, wäre er vielleicht noch weiter gegangen. Granger allerdings hatte das nicht verdient. Sie war über Jahre hinweg die einzige, die sich immer bemüht und die besten Ergebnisse erzielt hatte. Trotz seiner harschen Worte, nicht wenige Beleidigungen waren dabei gewesen, hatte sie niemals aufgegeben. Sich weiter gemeldet, weiter gelernt, weiter Respekt gegenüber ihm aufgebracht. Etwas, das er an ihr bewunderte. Er mochte sie, irgendwie jedenfalls…
Doch bevor er sich über seine eigenen, für ihn völlig neuen, Gedanken wundern konnte, kam sie ihm zuvor.

‚Ich werde mich zusammenreißen. Verzeihen Sie meine unangebrachte Unterbrechung ihres Unterrichts, Professor.‘
Diese Worte waren nicht gerade mit ihrer sonstigen Art Selbstsicherheit , was Antworten anging, zu vergleichen, gegenüber ihres kläglichen Zustandes jedoch mehr als er erwartet hätte. Ein weiteres Mal schien er diese kleine Löwin unterschätzt zu haben.

‚Nun denn. Wir waren bei der Wirkung von Löffelkraut in einem Stärkungszauber hängen geblieben, wenn ich mich recht erinnere. Mister Winchester, Sie haben doch sicherlich eine zufriedenstellende Antwort parat. Oder habe ich eventuell abermals einen Grund enttäuscht von Ihnen zu sein?‘
Spott lag in seiner Stimme und mit diesen Sätzen nahm er den Unterricht wieder auf. Sein nächstes Opfer, selbstverständlich Gryffindor, lag bereits in Ketten.

So verging auch die letzte viertel Stunde, zwar schleppend und überaus langsam, aber welche Zaubertränkestunde verging schon wie im Flug? Mit einem Berg Hausaufgaben und 25Punkten weniger auf dem Konto wurden die Schüler des Hauses Gryffindor entlassen. Den Slytherins hingegen stand nur das erste der beiden Probleme im Weg.

Eilig wurden Pergament, Feder und Bücher zurück in die Tasche gestopft und die Menge sah zu, die Beine möglichst schnell in die Hand zu nehmen. Kaum jemand wollte auch nur eine Sekunde länger in diesem Raum verweilen, als es unbedingt nötig war.

Hermine hingegen verbrachte den Rest der Stunde in einer Art Kapsel um sie herum.
Sie bekam nur gedämpft Geräusche mit, konnte nicht aufnehmen worüber gesprochen wurde und sich zum ersten Mal in ihrem Leben nicht aktiv am Unterricht beteiligen. Sie war eine Art Gefangene ihrer eigenen, ungewollten Gedanken. Der Tod Lynettes ließ sie einfach nicht mehr los. Griff mit seinen kalten Fingern nach ihrem Hals und schien ihr jegliche Luft zum Atmen zu nehmen.

Vollkommen abgelenkt bekam sie also das Ende der Stunde erst mit, als sich die anderen Schüler bereits auf den Weg aus dem Klassenzimmer machten.
Ein letztes Mal schloss sie die Augen, gönnte sich einen winzigen Augenblick der Ruhe und machte sich dann an die Arbeit ihre Bücher sorgsam in ihre Tasche zu packen.
Mit ziemlicher Sicherheit geschah das jedoch zu langsam.

‚Miss Granger, auf ein Wort zu mir, wenn ich bitten darf‘, ertönte die dunkle Stimme ihres Professors als auch Neville es als, dieses Mal Vorletzter, geschafft hatte den Raum zu verlassen.

Ohne ein Wort zu verlieren hängte sie sich ihre Tasche über die Schulter und trat vor das Lehrerpult. Er schien sie nicht zu beachten, sondern räumte einige Zutaten an Ort und Stelle. Als sie bereits mit dem Gedanken spielte ihn einfach anzusprechen, hielt er in seinem Tun inne und blickte sie aus unergründlichen Augen an.

‚Nun Miss Granger, ihnen scheint dieser spezielle Todesfall offensichtlich sehr nahe zu gehen, wenn ich das richtig sehe. Ihnen ist hoffentlich bewusst, dass es so nicht weitergehen kann.‘ Keine Sekunde wendete er seinen Blick von ihr ab. Hielt sie gefangen und sah zu, wie sie in seinen Augen ertrank.

‚Es tut mir leid. Selbstverständlich, Sir!‘ Kam es leise zurück. Ihre Stimme hörte sich so zerbrechlich an. Severus Snape empfand zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit so etwas wie Mitleid für einen Menschen. Eine Frau, seine Schülerin um genau zu sein.

‚Ihnen ist hoffentlich ebenfalls bewusst, dass ich ihr Verhalten in meinem Unterricht nicht einfach so ungestraft lassen kann. Sie unterbrechen meinen Unterricht nicht nur, Sie hören nicht zu, beteiligen sich nicht und des Weiteren scheinen Sie die gesamte Stunde einfach nur abgesessen zu haben.‘

Ihre Augen weiteten sich ein kleines Stück. Von ihm natürlich nicht unbemerkt.
Mit einer Strafe hatte sie nicht gerechnet. McGonagall, Sprout, Flitwick, sämtliche andere Lehrpersonen hätten Verständnis gezeigt, ihr vielleicht sogar Hilfe angeboten.
Was kam jetzt wieder auf sie zu, jetzt, wo sie es doch am wenigsten gebrauchen konnte. Sie hatte ja heute Morgen beinahe angefangen zu weinen, weil ihre Tasse Kaffee umgekippt war. Wie sollte sie reagieren, wenn sie Flubberwürmer ausnehmen, oder verfaulte Trankzutaten ausmisten musste? Sie war einfach fertig. Traurig und müde.

Während er die Angst der bevorstehenden Strafe aus Hermines Gesicht nahezu ablesen konnte, begannen seine eigenen Gedanken auf Wanderschaft zu gehen. In nicht allzu weit entfernte Vergangenheit. Vorgestern um genau zu sein.

----x----

Der Dunkle Lord hatte Lucius und ihm den Auftrag gegeben, eine Muggelfamilie ausfindig zu machen und zu töten. Jetzt wurde ihm klar, dass es die Familie sein musste, von der Hermine gesprochen hatte. Nach kurzer Suche hatten sie das Haus gefunden und ihren Auftrag sorgfältig und ohne Spuren zu hinterlassen erledigt.
Wie sehr er sich dafür hasste, wie sehr er sich wünschte, dass dies alles endlich ein Ende finden würde. Das irgendjemand in seinem Leben einen Schlussstrich ziehen würde. Ein simpler Zauber würde genügen. Aber er konnte seine Tarnung nicht riskieren, musste morden, foltern und das alles, wegen einem dummen Fehler, einem, den man nun auf seinem linken Unterarm ablesen konnte. Das Versprechen, alles in seiner Macht stehende zu tun, um der Seite des Lichts zu dienen, hatte sein Unglück endgültig besiegelt.

Anfangs war er froh gewesen, dass der Dunkle Lord ihm als Partner nicht Bellatrix oder Macnair zugeteilt hatte. Dieses Mal hatte Lucius alle drei Todesflüche gesprochen, wäre es einer der beiden anderen gewesen, hätte diese Tortur wohl weitaus länger gedauert. Lucius fand genauso wenig Gefallen am Foltern wie er selber, Merlin sei Dank.

Sie waren erst ins Wohnzimmer eingebrochen und hatten das Ehepaar getötet, bevor dieses auch nur mitbekam, was dort vorging. Er hatte versucht Lucius zu überreden nun zu verschwinden, dieser allerdings war nicht so leicht zu täuschen gewesen, wie manch anderer. Er war zweifelsfrei verschreckt von dem Gedanken ein unschuldiges Kind zu töten, wenngleich es 16Jahre alt war und somit schon lange kein kleines Kind mehr, jedoch überwog die Angst vor der Strafe, die der Dunkle Lord ihnen zweifelsfrei zukommen lassen würde, wenn sie ihren Auftrag nicht gewissenshaft ausführten.

Sie gingen die alte Holztreppe hoch, vorbei an dutzenden Fotos von Familie und Freunden. Auf den meisten jedoch war ein glückliches Mädchen zu erkennen, dunkle lange Haare, graue Augen. Es grinste in die Kamera, auf allen der Bilder. Severus kamen diese Bilder jedoch nicht glücklich vor. Sie bewegten sich nicht, die Menschen in ihnen schienen gefangen zu sein, jeder in seinem Käfig.

Als sie das Zimmer betraten meinte Severus das Herz zerspringen zu müssen. Er hatte nicht gedacht, dass er nach all der Zeit noch so empfinden konnte. Solche Trauer verspüren konnte.
Das Mädchen schlief friedlich in ihrem Bett, hatte sich die Decke bis zum Hals gezogen, ein kleiner grauer Kater zu einer Kugel zusammengerollt am Fußende.
Scheinbar hatte sie das schreckliche Schicksal ihrer Eltern nicht mitbekommen, vielleicht war es auch besser so. Er brachte es nicht übers Herz einen Menschen zu töten der schlief, noch dazu ein unschuldiges Kind. Hätte er in diesem Moment eine Wahl gehabt, hätte er in diesem Krieg nicht solch eine entscheidende Rolle gehabt, er hätte erst Lucius und dann sich selbst getötet. Sie hatten beide den Tod verdient, in seinen Augen gab es nichts, dass solch eine Tat wieder gut machen konnte.

Lucius schien ähnliche Gedanken zu haben. Er ließ den Zauberstab sinken, blickte ihn hilflos an. Das Entsetzen über diese, ihnen auferlegte Bürde, stand auch in seinen Augen.
So verharrten sie dort, zwei Stunden lang. Keiner sprach ein Wort, die Zeit drängte, war vielleicht bereits abgelaufen. Sie hätten schon lange wieder zurück sein sollen, doch keiner konnte sich überwinden dieses Kind zu töten.

Schließlich trat Lucius einen Schritt nach vorne, setzte sich auf die Bettkante des Mädchens und hielt seinen Zauberstab in Richtung ihres Kopfes. Da Severus nun hinter ihm stand schloss er unbemerkt die Augen. Er hasste dieses Leben, hasste sich selbst für das, was er tat, was er war. Es gab nur eine Person auf dieser Welt, die er mehr verabscheute als sich. Und das war der Lord selbst.

Er machte sich auf den grünen Blitz gefasst. Eine einzigartige Farbe, die man selbst mit geschlossenen Augen wahrnahm. Es gab absolut kein Entkommen. Aber es passierte nichts.

Lucius hob vorsichtig seine Hand, strich dem Mädchen eine einzige dunkle Haarsträhne aus dem Gesicht und murmelte etwas, dass Severus überrascht die Augen öffnen ließ.

Es war kein ‚Avada Kedavra‘ mit dem er das Mädchen umbrachte, es war ein uralter Zauber, der den Betroffenen langsam und friedlich einschlafen ließ. Ähnlich wie die Muggel ihre kranken Haustiere einschläfern ließen. Dieser Zauber sorgte für angenehme Wärme, war vollkommen schmerzfrei und der Betroffene fühle nichts von seinem Schicksal. Severus kannte bislang keinen Zauberer, der diesen Zauber beherrschte. Albus hatte ihm ihn beigebracht, in der Hoffnung wenigstens ein wenig helfen zu können.

Severus trat einen Schritt weiter ans Bett heran. Dort saß Lucius, mit hängendem Kopf und schwerer Atmung. Er konnte sein Gesicht nicht sehen, wusste jedoch, dass er mit seinen Gefühlen kämpfte. Seit er Vater geworden war, hatte er sich verändert. Sein Sohn, Draco hatte ihn verändert. Lucius liebte ihn, mehr als sein eigenes Leben. Einem liebenden Vater aufzuerlegen ein Kind zu töten, konnte nur der Dunkle Lord verlangen. Es schien ihn all seine Kraft zu kosten und vielleicht noch einiges mehr.

Beide standen sie dort und sahen zu, wie die Atemzüge des Mädchens ruhiger wurden. Wie sich ihr Brustkorb von Mal zu Mal weniger hob und senkte, bis er schließlich ganz friedlich zum Stillstand kam. Eine Weile noch blieben sie in ihrem Zimmer, verdrängten die Strafe, die auf sie warten würde, weil sie sich so viel Zeit gelassen hatten. Lucius hatte inzwischen wieder zu zittern begonnen.
Severus wollte seine Hand auf seine Schulter legen, eine Art freundschaftliche Geste. Er wusste wie riesig der Gefalle gewesen war, dass Lucius diese Aufgabe übernommen hatte. Er betrachtete ihn als seinen Freund. Trotz aller Umstände mochte er ihn. Er sah, wie ihn die Pläne des Lords in der vergangenen Zeit anwiderten, wie sehr er Narzissa liebte, wie sehr sie zusammen um ihren Sohn bangten. Wie schwer es ihm viel dieses Kind zu töten. Und wie viel er für ihn, für seinen Freund, auf sich genommen hatte.

Also hob er seine Hand und legte sie vorsichtig auf Lucius Schulter.
Dieser zuckte heftig zusammen, entspannte sich jedoch gleich wieder. Aus seiner Starre befreit atmete er ein letztes Mal tief ein und stand auf.

Severus ließ ihm einen fragenden Blick zukommen, den dieser jedoch nur mit einem Nicken beantwortete. Gemeinsam stiegen sie die Treppe wieder hinab, keiner von ihnen wagte es auch nur einen Blick auf die lachenden Gesichter an der Wand zu werfen.

Unten angekommen blieb Severus erneut stehen.
‚Wie lange wird es dauern, bis sie jemand findet?‘ gab er in brüchiger Stimme von sich.

‚Ich weiß es nicht. Zwischen zwei und fünf Tagen schätze ich. Warum fragst du?‘

‚Einen Moment noch!‘ Er drehte sich um und verschwand wieder die Treppe hinauf. Lucius blickte ihm fragen hinterher. Er hörte eine Tür auf- und kurz darauf wieder zuschlagen.
Knarrende Stufen waren zu hören und als Severus in Sichtweite kam hatte er bereits zu einer erneuten Frage angesetzt. ‚Was hast du…?‘

Doch diese erübrigte sich von selbst. Der Schwarzhaarige kam auf ihn zu, ein kleines graues Fellknäul auf dem Arm.
‚Sie würde möglicherweise verhungern..‘ gab er nur von sich. Er sah es nicht als Widergutmachung gegenüber dem Mädchen an, aber wenigstens als einen kleinen Ansatz. Ihr Haustier zu retten war vielleicht nicht viel, oder sogar lächerlich, aber es war ihm egal. Diesen einen kleinen Gefallen konnte er ihr tun, wenn es auch nicht viel war.

Bellatrix hätte das Tier sofort getötet, höchstwahrscheinlich vor den Augen seiner Besitzerin. Ihr den Schwanz abgeschlagen, die Pfoten gebrochen, doch Lucius hingegen schenkte ihm lediglich ein trauriges, aber verstehendes Lächeln. Einer der Gründe, warum er ihn mochte.

Sie verließen das Haus so unbemerkt, wie sie es betreten hatten, setzten das Tier ab und apparierten zurück auf Malfoy Manor.

Die Folter, die speziell der Dunkle Lord für ihr langes Herumtrödeln ausgesucht hatte, war nichts zu einem einfachen Crutiatus. Aber Severus sah sie als das, was sie für ihn war. Eine verdiente Strafe für all seine Fehler.

----x----

Und nun stand er hier, vor Hermine Granger. Wenn sie auch nur geahnt hätte, dass er mitschuldig, in seinen Augen schuldig, am Tod ihrer Freundin war, sie wäre sicherlich endgültig zusammengebrochen. Nur um später in blinder Wut auf ihn loszugehen. Bei Merlin, er war sich nicht einmal sicher, ob er sich in diesem Fall auch nur gewehrt hätte.

Ein paar Minuten waren vergangen. Sie spekulierte über ihre Strafe, er quälte sich mit den vergangenen Tagen.
Sie tat ihm leid, und er war schuld daran. Wenn er auch nicht viel ausrichten konnte, einen kleinen Gefallen wollte er ihr wenigstens tun.
Er wusste genau wie es sich anfühlte, einen geliebten Menschen zu verlieren. Es war furchtbar, schlimmer als selbst zu sterben. Eine der schrecklichsten Qualen, die das Leben für einen bereit hielt. Wenn man sich nicht ablenkte verging man daran. Man wurde schlichtweg wahnsinnig vor Trauer.

Und eine Ablenkung war genau das, was er ihr geben konnte. Jedenfalls für kurze Zeit.
‚Miss Granger, sie verfassen mir bitte für morgen einen ausführlichen Bericht über die Wirkungen des Löffelkrauts in verschiedenen Tränken, seine Zubereitung für diese und wo man es finden kann. Des Weiteren soll ihr Werk keinesfalls kürzer als acht Seiten Pergament sein, falls doch verdoppelt sich die Länge für den darauffolgenden Tag. Diesem Prinzip sind selbstverständlich keine Grenzen gesetzt. Alles, was über diese acht Seiten hinausgeht ist mir ebenfalls recht. Je ausführlicher, desto besser. Da wir morgen leider keine gemeinsame Stunde haben, erwarte ich Sie Punkt sechs Uhr in meinem Büro.‘

Erst etwas verblüfft über diese harmlose Strafe brauchte sie eine Zeit um zu realisieren, dass in seinen Augen keinesfalls Wut oder Abneigung stand. Sie hätte schwören können, dass sie sie einen Moment lang besorgt anblickten, dieser Ausdruck war jedoch mit dem nächsten Blinzeln wieder verschwunden. Sie hatte sich bestimmt vertan.

Ein leichtes Lächeln zierte ihre Lippen als sie verstand, dass er ihr helfen wollte. Ihnen war beiden bewusst, dass sie sämtliche Fragen, was das Löffelkraut anging, ohne zu zögern beantworten konnte. Mehr als acht Seiten ließen sich mit diesem Wissen ohne größere Schwierigkeiten locker füllen. In gewisser Weise freute sie sich auf den Abend, welcher zweifelslos ein verdammt langer werden würde. An die vorgegebene Anzahl Pergamentseiten verschwendete sie keinen Gedanken. Zwölf schaffte sie bis morgen früh locker. Und bis um sechs vielleicht noch weitere 3 oder 4.

In der Zeit, in der sie recherchierte, formulierte und schrieb würde sie nicht an Lynette denken. Nicht an Tod, Ungerechtigkeit und all das dort draußen, sondern nur an Löffelkraut.
In gewisser Weise war das so früh nach ihrem Tod ein Segen. Ein letztes Versteck vor der harten Realität. Eines, das ihr der unbeliebteste und wohl mit Abstand meistgehasste Professor dieser Schule bot. Ein Versteck, dass dieser nicht selten selbst benutzt hatte.

Mit einem gehauchten ‚Vielen Dank Professor‘, schenkte sie ihm zum ersten und einzigen Mal an diesem Tag ein ehrliches Lächeln.

In gespielter Verwirrung hob er gekonnt die Augenbrauen.
‚Sie bedanken sich bei mir für eine Strafarbeit, Miss Granger? Ist das etwa noch nicht genug?‘

‚Es wird reichen. Danke!‘; gab sie lächelnd zurück.

‚Dann bin ich ja beruhigt. Und nun ab in die Bibliothek mit Ihnen, es wird Zeit, dass sie anfangen. Vergessen sie nicht, acht Seiten. Ich wünsche ihnen einen angenehmen Abend, Miss Granger!‘
Mit diesen Worten rauschte er an ihr vorbei und ließ Hermine ziemlich verdutzt zurück.
Hatte er sie gerade angelächelt?

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